Eigenhaartransplantation

Über die Haarverpflanzung

Unter Eigenhaarverpflanzung versteht man die chirurgische Umverteilung von Haaren aus einem, dem Haarausfall resistenten Bereich (z.B. Kopfseite, Hinterkopf, Schamhaar, Brusthaar) auf eine kahle Stelle. Kahle Stellen entstehen durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Hormonen (DHT) an dieser bestimmten Stelle. Bei der Eigenhaarverpflanzung werden Haarwurzeln übertragen, die unempfindlich gegenüber Testosteronen sind und dadurch auf der neuen Stelle genauso wachsen wie auf der alten. An der neuen Stelle behalten die transplantierten Haarwurzeln somit ihre Unempfindlichkeit gegenüber den männlichen Hormonen (Testosteron) und wachsen daher dort ein Leben lang weiter.

Haartransplantationen werden sowohl in Deutschland als auch im Ausland nach diesem Prinzip vorgenommen: mithilfe der Umverteilung von testosteronunempfindlichen Haarwurzeln.

Die Unempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Hormonen ist erblich bedingt und gilt meist für die Haare, die sich im Haarkranz befinden. Daher fallen diese Haare in der Regel nie oder äußerst selten aus.

Eine hormonelle Störung und der dadurch bedingte Ausfall der Haarwurzeln beginnt fast immer an den Geheimratsecken, so dass die Haare hier als erstes ausfallen. Danach sind meist auch die Kopfkuppe und der sog. Tonsurbereich am Hinterkopf betroffen. Auch bei Frauen bildet sich eine geringere Menge Testosteron, daher können auch sie empfindliche Haarwurzeln entwickeln, wodurch es zum Haarausfall kommt. Die Wurzeln von anderen Haaren, z.B. Barthaar, Körperhaare oder Schamhaar fallen nicht aus, weil Sie eine genetische Unempfindlichkeit gegenüber dem Testosteron besitzen.

Diese Erkenntnisse werden bei der Haartransplantation genutzt: die genetisch unempfindlichen Haarwurzeln werden mittels verschiedener Techniken aus dem Haarkranz entnommen und daraufhin anhand einer schonenden mikroskopischen Technik auf der kahlen Stelle eingepflanzt. Dort fangen sie dann an zu wachsen, werden im Laufe der Zeit immer stärker und wachsen ein Leben lang weiter, so dass sie sich zu gesundem und natürlichem Eigenhaar entwickeln. Diese Haare können dann wie gewohnt gewaschen, gekämmt und gefönt werden.

Die o.g. Prinzipien sichern Ihnen ein sicheres Haarwachstum nach der Transplantation. Die aktuellen Gesetze erlauben uns, Ihnen unsere langjährigen Ergebnisse erst im Beratungsgespräch zu zeigen; eine Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern ist in Deutschland gesetzlich verboten.

Die wichtigsten Methoden der Haartransplantation

1/ Follicular Unit Extraction (FUE) + Follicular Unit Insertion (FUI) = Follicular Unit Transplantation (FUT)

Die neueste Methode der Eigenhaarverpflanzung heißt Follicular Unit Transplantation (FUT) – auf Deutsch: Verpflanzung von follikulären Einheiten. Diese Methode besteht aus der mikrochirurgischen Einzelentnahme von Haarwurzeln (Follicular Unit Extraction) und dem Einsetzen (Insertion) ebenfalls mittels mikrochirurgischer Hohlnadeltechnik. Diese Methode ist die derzeit modernste Möglichkeit der Einzelhaarverpflanzung. Dabei können mithilfe einer Hohlnadel einzelne Haarwurzeln aus allen möglichen Körperbereichen, auch aus dem Scham- oder Brustbereich selektiv und ohne Narbe entnommen werden und unmittelbar auf der kahlen Stelle eingesetzt werden.

Natürlich kann man die meisten Einzelhaare auch vom Haarkranz am Hinterkopf oder aus dem Seitenkopfbereich gewinnen. Der Vorteil der selektiven Gewinnung einzelner follikularer Einheiten (FU's) mit einer Hohlnadel liegt in der Narbenfreiheit und in der Wiederholbarkeit des Eingriffs, ebenfalls ohne Spuren zu hinterlassen. Außerdem wird bei der Einzelimplantation ein natürliches Aussehen garantiert, denn die transplantierten Haare sehen genauso aus wie sie vor dem Haarausfall ausgesehen haben.

Man verwendet oft den Begriff FUT - Follicular Unit Transplantation - als zusammengefassten Begriff für die Einzelentnahme (FUE) und für die Übertragung (Insertion) von einzelnen follikulären Einheiten (FUI)

2/ Streifenentnahme + Follicular Unit Insertion - FUI  = Follicular Unit Transplantation (FUT)

Bei dieser Technik werden die entnommenen Haarwurzeln ebenfalls selektiv bzw. einzeln transplantiert (FUT); der Unterschied zur 1. Methode liegt in der Transplantatentnahme, welche hier durch die Entnahme von Haarstreifen erfolgt. Der behaarte Hautstreifen wird in der Regel aus dem Haarkranz entnommen. Aus diesem Haarstreifen werden dann unter dem Mikroskop einzelne Haarwurzeln entnommen und daraufhin einzeln transplantiert. Somit handelt es sich ebenfalls um eine Transplantation mittels follikulären Einheiten - FUI Technik. Im Hinblick auf das Aussehen und die Ergebnisse sind Methode 1 und 2 demnach identisch, denn in beiden Fällen erfolgt die Einzelhaartransplantation (FUT) bzw. Einzelhaarinsertion (FUI). Lediglich die Methode der Entnahme ist unterschiedlich, wobei die zweite Methode in diesem Punkt schneller ist. Genau hier liegt der Vorteil der zweiten Methode: die einzelnen Haarwurzeln können von dem Haarstreifen schneller entnommen werden, als wenn alle Haarwurzeln vom Körper einzeln entnommen werden (wie bei Methode 1)

Ein kleiner Nachteil ist die Narbe am Hinterkopf, welche sich allerdings bei erfahrenen Haarchirurgen als unauffällig darstellt, sofern diese die Regeln der plastischen Wundbehandlung beherrschen.

3/ Streifenentnahme und Einsetzung von Mini- und Mikrografts (MMG)

Wenn das Ziel ist, eine größere Menge Haare innerhalb kürzester Zeit unter Berücksichtigung der Kostenoptimierung zu übertragen, dann stellt die Entnahme und Transplantation von Mini- und Mikrografts die schnellste und kostengünstigste Methode dar. Hier werden mehrere Haarwurzeln gemeinsam übertragen; so können größere kahle Stellen effektiv und schnell behaart werden. Die Entnahme eines behaarten Hautstreifens aus dem Haarkranz entspricht der Vorgehensweise aus Methode 2, allerdings werden bei der dritten Methode anstelle von einzelnen Haarwurzeln so genannte Mini- bzw. Mikrografts übertragen und somit effektiv und schnell dichte Haare gebildet. Diese Methode wird für die Neubehaarung "größerer Teile" der kahlen Stelle empfohlen, da hiermit ein schnelles Ergebnis erzielt werden kann. Der vordere Haarkranz wird jedoch weiterhin mit der Methode der Einzelhaartransplantation (FUI bzw. FUT) gemacht, damit das Ergebnis genauso natürlich aussieht bei den Methoden 1 und 2. - aber wie gesagt schneller erreicht wird.

Einsatzmethoden bei Haarwurzeln

Für die vorbereiteten Einzelhaare bzw. Mikrografts benötigt man Mikro-Empfangsöffnungen, in welche die Haarwurzeln dann eingesetzt werden. Diese Empfangsöffnungen können entweder mittels Schlitztechnik, mithilfe eines Minibohrers oder mit einem Laserstrahl gebildet oder als Stichinzisionen mit einem speziellen Übertragungspen bzw. Haarapplikator hergestellt werden.

Bei der Verwendung dieser speziellen Pens bzw. Einsatzapplikatoren entfällt jegliche Form des Anfassens und Reindrückens und die Haarwurzeln werden nicht gequetscht, denn der Applikator schießt die Haare durch eine Mikro-Punktion mit Druck in die Haut, so dass ein völlig atraumatisches, mikrochirurgisches, berührungsfreies Einsetzen der Haarwurzeln erfolgt. Die Haarchirurgen bei Aesthetic Carré bevorzugen deshalb die Anwendung dieser atraumatischen Haareinsatzapplikatoren, die wir aus Tokyo, Japan extra für diesen Zweck besorgt und deren Anwendung dort erlernt haben. Die Applikatoren sind so fein, dass man mit ihnen auch Wimpern herstellen kann. Einige junge Leute mögen zum Beispiel lange Wimpern und tragen als Punk-Symbol so genannte "Wimpernhaare", die wie eine Frisur gekämmt werden können.

 


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